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Ein Fall für den Inselbeauftragten
Heute stieß ich in der Times auf das offizielle Foto des neuen britischen Kabinetts. Ich freute mich sehr darüber, denn ich liebe Gruppenbilder. Sie suggerieren eine – natürlich vollkommen illusorische – Harmonie. Für diesen einen, wunderbaren, fast magischen Moment schafft man es, das Kompetenzgerangel, die Egoschlachten, das Neidkarussell und die Intrigenspirale, die jedem Team erst die…
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In Sachen Weltuntergang II
Manchmal wüsste ich gar nicht, dass überhaupt Wochenende ist, wenn mich nicht ab und an versicherungspflichtig beschäftigte Freunde oder Bekannte anrufen würden, um mich zu fragen, ob ich etwas mit ihnen unternehmen möchte. Diesmal war es mein alter Freund Peter Miese. Er lud mich auf seine Datsche im Berliner Umland ein. Nach seinem letzten Anruf,…
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Die Gottesanbeterin
Eine Gottesanbeterin sitzt – oder hängt oder steht oder klebt? – an der Wand des Eingangs zum Büro meiner Vermögensberaterin Chantal Krasowski. Ich habe Zeit, sie in Ruhe zu betrachten, denn Chantal ist wider Erwarten nicht da. Ihr Sekretär Hamid teilt mir über die Sprechanlage mit, sie sei noch beim „Prenatal Pilates“. Mit Ende vierzig will…
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Das Afrika-Zimmer
Der Tag ist durchwachsen. Wie ein Schweinenackensteak vom Discounter. Den Vormittag verbrachte ich mit der Arbeit an meinem neuen Roman Mandy und der Dandy. Er handelt von einem englischen Aristokraten der Regency-Zeit, der eines Morgens in einer Marzahner Plattenbauwohnung aufwacht und sich in eine ehemalige DDR-Leistungsturnerin mit bemerkenswert tiefer Stimme und eindrucksvollem Bartwuchs verliebt. Ich…
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Steiner for Prätendent
Zurück in Berlin. Während meiner Abwesenheit haben die Parteien heimlich Wahlplakate für die Bundeshauptstadtwahl im September aufgehängt. Meine Lieblingspartei, die „Partei für Verjüngungsforschung“, ist allerdings noch nicht dazu gekommen. Sie setzt sich dafür ein, den altersbedingten Tod zu besiegen und kommt damit gerade richtig. Bisher hatte ich für den Fall meines Ablebens die Gefriertrocknung meiner…
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Endlich Sorgenfrei
Ich war lange nicht da. Aber jetzt ist es soweit. Drei Tage in meiner Sommerresidenz, vollkommen solo und inkognito. Der Chauffeur hat frei, das Residenzpersonal auch. Sie nennen es „Urlaub“. Ich habe mir sagen lassen, diese Unart greife bei der arbeitenden Bevölkerung verstärkt um sich, ebenso wie jene merkwürdige Erfindung, die sich „Wochenende“ schimpft. Was…