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Die Welt ist wieder in Ordnung
Das Personal ist aus dem Urlaub zurück – endlich. Den Anfang machte am Sonntagabend mein Chauffeur Marc, von dessen Urlaubsabenteuern auf Martinique ich in einem früheren Beitrag schon berichtete. Marc war allerbester Dinge, schwärmte in höchsten Tönen von seinem karibischen Inselparadies und kündigte im Übrigen seine baldige Kündigung an. Er habe die feste Absicht, nach Martinique…
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Lebenszeichen von Peter
Mein Freund Peter Miese hat das zweifelhafte Glück, neben seiner Arbeit im Weinberg der Weltliteratur einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, die ihm seinen Lebensunterhalt sichert, ansonsten jedoch wenig Anlass zur Freude gibt. Ich vermute, dass er deshalb auch den Begriff „Brotjob“ für eine maßlose Beschönigung hält: Brot ist schließlich etwas, das man mitunter ganz gern isst. …
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Die Gottesanbeterin
Eine Gottesanbeterin sitzt – oder hängt oder steht oder klebt? – an der Wand des Eingangs zum Büro meiner Vermögensberaterin Chantal Krasowski. Ich habe Zeit, sie in Ruhe zu betrachten, denn Chantal ist wider Erwarten nicht da. Ihr Sekretär Hamid teilt mir über die Sprechanlage mit, sie sei noch beim „Prenatal Pilates“. Mit Ende vierzig will…
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Das Afrika-Zimmer
Der Tag ist durchwachsen. Wie ein Schweinenackensteak vom Discounter. Den Vormittag verbrachte ich mit der Arbeit an meinem neuen Roman Mandy und der Dandy. Er handelt von einem englischen Aristokraten der Regency-Zeit, der eines Morgens in einer Marzahner Plattenbauwohnung aufwacht und sich in eine ehemalige DDR-Leistungsturnerin mit bemerkenswert tiefer Stimme und eindrucksvollem Bartwuchs verliebt. Ich…
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Anderswo
Wo bleibt die zündendende Idee des Tages? Wenn sie sich schüchtern ankündigte, hat der heftige Mittagswolkenbruch sie vermutlich in die Kanalisation gespült. Dort macht sie sich mit all den anderen guten, bahnbrechenden oder sogar originellen Einfällen der aufgrund der Schulferiensaison spürbar dezimierten Berliner Stadtbevölkerung eine gute Zeit und lässt uns in gewohnter hirnloser Alltagsgeschäftigkeit wie…
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Die Kakophonie des Ichs
Da sind diese Stimmen, die auf mich einprasseln. Die Tonlage ist verschieden, auch die Worte unterscheiden sich auf den ersten Hör. Doch am Ende sagen sie alle nur dasselbe: ICH. Mein Ex-Chef C.D. denkt wie immer laut. Er braucht andere als Resonanzraum, um den Gedankensalat zu ordnen, Ballast abzuwerfen, sich über dies und jenes klarer…
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Ein Tag
Deutschland sucht den Impfpass. Ich nicht. Weil er vor mir auf dem Tisch liegt. Da muss sicher das ein oder andere aufgefrischt werden. Verschieben wir das auf einen passenderen Tag. War der heutige unpassend? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Es war ein Tag. Nicht mehr und nicht weniger. Mit einem Stadtteich voller Seerosen, einem ausgestopften Flamingo…
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I’ll change. I promise.
Gastbeitrag von Peter Miese Jeden Morgen nehme ich mir vor, ein besserer Mensch zu werden. Jeden Abend muss ich mir eingestehen, dass ich das Ziel einmal mehr meilenweit verfehlt habe. Ein Beispiel: Gestern nahm ich mein Mittagessen beim Vietnamesen meines Vertrauens ein. Der Laden brummte und ich ergatterte den letzten Platz in der langen Reihe…