Wo bleibt die zündendende Idee des Tages? Wenn sie sich schüchtern ankündigte, hat der heftige Mittagswolkenbruch sie vermutlich in die Kanalisation gespült. Dort macht sie sich mit all den anderen guten, bahnbrechenden oder sogar originellen Einfällen der aufgrund der Schulferiensaison spürbar dezimierten Berliner Stadtbevölkerung eine gute Zeit und lässt uns in gewohnter hirnloser Alltagsgeschäftigkeit wie üblich dumm sterben.
Was den Sommer betrifft, so gönnt er sich noch immer eine Pause. Ich wünschte, ich könnte das auch. Aber Pausen sind seit jeher nicht so mein Ding. Das Gedankenkarussell ist unablässig in Bewegung, die Synapsen tanzen eng umschlungen durch das flimmernde Jahrmarktslicht des Nachmittags.
All das Halb- oder Fastwissen, dass ich im Laufe eines nunmehr mehrere Jahrzehnte zählenden Lebens angehäuft habe, hilft mir nicht, mit dieser Situation umzugehen. Und für eine Entrümpelung ist es vermutlich längst zu spät. Die wird dann nach dem Abtritt von den Hinterbliebenen übernommen, natürlich murrend.
Ich sitze auf einem Heimtrainer und strample lustlos in Minimalgeschwindigkeit vor mich hin, ohne je von der Stelle zu kommen. Wie sehr sehne ich mich danach, eine lange Steigung hinabzusausen und den Fahrtwind in meinem Gesicht zu spüren.
Wie lautete noch der Titel eines Buches, das mir einst, vor vielen Jahren, über den Weg stolperte? „Das Leben war immer anderswo“. Und dabei ist es auch geblieben.

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