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Lebenszeichen von Peter
Mein Freund Peter Miese hat das zweifelhafte Glück, neben seiner Arbeit im Weinberg der Weltliteratur einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, die ihm seinen Lebensunterhalt sichert, ansonsten jedoch wenig Anlass zur Freude gibt. Ich vermute, dass er deshalb auch den Begriff „Brotjob“ für eine maßlose Beschönigung hält: Brot ist schließlich etwas, das man mitunter ganz gern isst. …
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Ein Mann von milder Observanz
Vor gut einer Woche hat der Sommer noch einmal gezeigt, was er kann. Ein richtiger Hitzetag. Meine Prophezeiung damals: Es war der letzte in diesem Jahr. Nun herbstet es schon merklich. Ich liebe es, Recht zu behalten. Obwohl ich auf die Frage „Recht haben oder gemocht werden?“, die mir ausgerechnet die Mineralwassermarke meines Vertrauens vor…
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Seerohrtiefe
Ich befinde mich auf Schleichfahrt. Über mir der zerwühlte Atlantik des Lebens, unter mir das bodenlose Dunkel der Zeitlosigkeit. Ich bin auf Seerohrtiefe, schaue in einen kreisrunden Ausschnitt, ein ständig variierendes Kaleidoskopbild aus spritzender Gischt, hektisch ineinander fließenden schwarzen Wogen und verquirlten grauen Wolken. Ich kann die Augen kaum offenhalten, die Lider senken sich immer…
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Piep, piep, piep
Und wieder einer. Diesmal in Berlin. Ein Mann, dessen Name es nicht wert ist, genannt zu werden. Tötete wahllos Menschen, die auf einem Volksfest feierten. Schrie angeblich, dass Allah der Größte sei. Den ganzen Tag musste ich daran denken. Dann, kurz vor dem Zapfenstreich, fiel mir etwas ein. Oder vielmehr jemand. Guildo Horn. „Piep, piep,…
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Tusculum
Ein Sommernachmittag. Die Sonne heizt, der Wind streicht forsch durch die Baumwipfel. Ein Junge fährt seit Stunden auf einem kleinen Elektromobil durch die Gartenanlage. Die Chilis und Tomaten stehen gut da, auch Kürbisse hat es schon. Aber bis zur Erntezeit ist es noch ein paar Wochen hin. Die Hecke ist getrimmt, es floss Schweiß, aber…
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Selbstbewusstsein
Ich fürchte mich. Vor Ereignissen, die vielleicht niemals eintreten werden, vor Niederlagen, die noch gar nicht abzusehen sind, vor Schmerzen, die ich vielleicht nie zu ertragen haben werde, vor den Konsequenzen von Handlungen, zu denen ich mich womöglich nie aufraffen kann. Ich lecke Wunden, die mir noch nicht beigebracht wurden, hadere mit dem Bewusstsein meines…
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Anderswo
Wo bleibt die zündendende Idee des Tages? Wenn sie sich schüchtern ankündigte, hat der heftige Mittagswolkenbruch sie vermutlich in die Kanalisation gespült. Dort macht sie sich mit all den anderen guten, bahnbrechenden oder sogar originellen Einfällen der aufgrund der Schulferiensaison spürbar dezimierten Berliner Stadtbevölkerung eine gute Zeit und lässt uns in gewohnter hirnloser Alltagsgeschäftigkeit wie…
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Die Wand
Kurze Atempause. Nachdenken. Den Efeublättern im Hinterhof dabei zusehen, wie sie vom Wind zerzaust werden. Tee und Kaffee trinken. Hin und wieder eine Zigarette rauchen, die nach jüngsten Studien das Leben um 20 Minuten verkürzt. Presse schauen. Ein Wald in Uganda, in dem sich unzählige Viren tummeln und darauf warten, die nächste Pandemie auszulösen. Eine…
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Lieber nicht
Ich wünschte mir wäre nach irgendwas. Oder vielleicht doch lieber nicht. Ich bin sozusagen wunschlos unglücklich.