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Das Afrika-Zimmer
Der Tag ist durchwachsen. Wie ein Schweinenackensteak vom Discounter. Den Vormittag verbrachte ich mit der Arbeit an meinem neuen Roman Mandy und der Dandy. Er handelt von einem englischen Aristokraten der Regency-Zeit, der eines Morgens in einer Marzahner Plattenbauwohnung aufwacht und sich in eine ehemalige DDR-Leistungsturnerin mit bemerkenswert tiefer Stimme und eindrucksvollem Bartwuchs verliebt. Ich…
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Steiner for Prätendent
Zurück in Berlin. Während meiner Abwesenheit haben die Parteien heimlich Wahlplakate für die Bundeshauptstadtwahl im September aufgehängt. Meine Lieblingspartei, die „Partei für Verjüngungsforschung“, ist allerdings noch nicht dazu gekommen. Sie setzt sich dafür ein, den altersbedingten Tod zu besiegen und kommt damit gerade richtig. Bisher hatte ich für den Fall meines Ablebens die Gefriertrocknung meiner…
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Von der Substanz
Ich weiß, es klingt wenig glaubwürdig, aber der heutige Tag verlief noch ereignisloser als der gestrige. Es war wieder heiß, ich wälzte mich lange im Bett herum, dann schleppte ich mich auf die Veranda, verscheuchte, sofern ich die Kraft dazu fand, die Fliegen, die von meinem Schweiß naschen wollten, und verfolgte im übrigen blinzelnd den…
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Zu heiß für Heldentaten
Wie sang Ella Fitzgerald einst so schön: „It’s too darn hot.“ Was man heute laut sagen konnte. Der Sommer gab noch einmal richtig Gas und trieb das Quecksilber auf fast 40 Grad empor. Ich ließ den lieben Gott einen guten Mann sein und wälzte mich bis fast zwölf in den Federn. Von Ruslan und Ludmila…
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Mehr vom Leben
Die erste Nacht in der Sommerresidenz war kurz und unruhig, um nicht zu sagen turbulent. Dabei verlief der Abend überaus angenehm. Nach dem eher frugalen dîner (kalter Fasan mit frischem Gartensalat und aus der Hauptstadt mitgebrachten Sauerteigbrot à la Sicilienne) nahm ich mir zum Einschlafen wie üblich einen der in rotbraunem Schweinsleder gebundenen Bände von…
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Endlich Sorgenfrei
Ich war lange nicht da. Aber jetzt ist es soweit. Drei Tage in meiner Sommerresidenz, vollkommen solo und inkognito. Der Chauffeur hat frei, das Residenzpersonal auch. Sie nennen es „Urlaub“. Ich habe mir sagen lassen, diese Unart greife bei der arbeitenden Bevölkerung verstärkt um sich, ebenso wie jene merkwürdige Erfindung, die sich „Wochenende“ schimpft. Was…
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Melde gehorsamst: Das nicht!
Das sympathischste an den Österreichern ist vielleicht, dass sie keine besonders guten Soldaten waren. Die Liste der bahnbrechenden militärischen Erfolge der Donaumonarchie ist jedenfalls nicht besonders lang. In der Schlacht bei Aspern (1809) fügte Österreich Napoleon seine erste bedeutende Niederlage zu. Den Krieg verloren die Habsburger dennoch. Und Seekriegsenthusiasten erinnern sich vielleicht noch an die…