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Der Fall Scurla und die Braunbücher
Der Lausitzer Herbert Scurla (1905–1981) war in der DDR ein viel gelesener Sachbuchautor. Er schrieb Biografien über Alexander und Wilhelm von Humboldt, Lessing, Ernst Moritz Arndt, Rahel Levy und die Gebrüder Grimm. Als Herausgeber der Reihe „Entdeckungen auf vier Kontinenten“ nahm er seine notorisch dem Fernweh verfallenen Landsleute mit in die große weite Welt, die…
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Schwierige Kombination
Von Peter Miese Lektüre heute: Karl Ove Knausgård „Sterben“. Kein besonders lebensbejahender Titel. Habe ich vor Jahren schon mal probiert und dann wieder aus der Hand gelegt. Zu viel Alltag. Erfolglosigkeit, Kinderaufzucht und so Zeugs. Hatte ich selbst genug davon. Aber warum nicht nochmal versuchen? So richtig springt der Funke auch diesmal nicht über. Er…
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Vielleicht-Taschen
Bei der Lektüre von Frederick Forsythes Thriller „Des Teufels Alternative“ (1979) stieß ich heute auf folgende Passage: Beide Männer trugen Aktentaschen, wie sie alle sowjetischen Männer zu tragen scheinen. Diese Taschen enthalten keineswegs Akten, sondern sind das männliche Gegenstück zu den „Vielleicht-Taschen“, den Einkaufsnetzen der sowjetischen Frauen. Diese Taschen verdanken ihren Namen der von jedem…
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Wort des Tages: Oikophobie
„Oikophobie ist die Angst und Abscheu vor der eigenen Kultur. Sie steht im Gegensatz zur Xenophobie, der Angst vor dem Fremden und Anderen.“ Das schreibt Marc Neumann heute unter Bezug auf Benedict Beckelds 2022 erschienenes Buch Western Self-Contempt: Oikophobia in the Decline of Civilizations. Demnach ist Oikophobie ein Symptom für Niedergang und Dekadenz und folgt wohl unvermeidlich auf Erfolg,…
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Safari in Lederhosen
Kürzlich las ich zum Einschlafen das erste Kapitel von Hemingways 1935 erschienenem autobiographischen Reisebuch Green Hills of Africa. Darin beschreibt der große weiße Hobbyjäger Bwana Ernest, wie er von einem vorbeifahrenden, offensichtlich defekten und deshalb besonders lauten Lkw bei der Kudujagd gestört wird. Wenig später findet er einen Österreicher namens Kandinsky über die Motorhaube gebeugt…
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Imperium und Delirium
Anlässlich zweier kürzlich erschienener Romane über Joseph Roth wurde in einer Rezension einmal mehr eine amüsante Anekdote kolportiert. Demnach befahl der exilierte Thronprätendent Otto von Habsburg dem ebenfalls exilierten alkoholkranken Schriftsteller bei einem Treffen in Paris, mit dem Trinken aufzuhören. Wenig später starb der glühende Monarchist Roth. Wann genau das Treffen stattgefunden hat, wird leider…
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Napoleons Migräne
Als ausgesprochener Kopfmensch hat mich der Tatmensch Napoleon Zeit meines Lebens fasziniert. In gewisser Weise ist Napoleon die Antithese zu meiner Wenigkeit. Heute erfuhr ich aus einer Rezension von Adam Zamoyskis „1812. Napoleons Feldzug in Russland”, dass der Kaiser während der Schlacht bei Borodino nicht nur unter einer starken Erkältung, sondern auch unter einem Migräneanfall litt.…