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Man kann nie wissen
Es fällt mir schwer, Dinge wegzuwerfen. Man kann nie wissen, wann man dies und das noch brauchen kann. Eben entsorgte ich zum Beispiel einige Champagnerkorken, die von einer kleinen Soirée Mitte letzten Jahres stammten. Kurz nachdem ich sie in den Mülleimer geworfen hatte, tat es mir schon wieder leid. Ich erinnerte mich daran, dass Korken,…
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Enttäuschung
Neulich wollte ich eine Lebensunfähigkeitsbescheinigung beantragen. Leider waren bis auf Weiteres keine Termine verfügbar.
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Papa- und Mamageien
Im Zuge der US-amerikanischen Spezialoperation in Venezuela erlag ich kurz der Versuchung, mich medial zu „informieren“. Die Berichterstattung im Medium meines zeitweiligen Vertrauens, dem britischen Fernsehsender Channel 4, war erfrischend anders als im BRD-Staatsfernsehen. Herrlich aufgeregt, um provokante Angles und Remarks nicht verlegen, genossen die Korrespondenten und Studio-Heimspielerinnen sichtlich, dass die Weihnachtspause endlich vorbei war…
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Spuren im Schnee
Die gestern groß angekündigte Mega-Schneestürmin „Elli“ lässt bisher noch auf sich warten. Eine weitere Medienente? Immerhin, ein paar Flocken sind gefallen. In der dünnen Schneedecke im Hinterhof sind überraschend viele Fußspuren sichtbar. Wahnsinn, wer hier in kürzester Zeit so alles ein- und ausgeht. Es tut gut zu wissen, dass meine Spuren nicht dabei sind.
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Fußgemaltes Selbstporträt
In letzter Zeit sehe ich überall Gesichter. In Landkarten. In Wolken. In den Putzresten auf dem Mauerwerk des Innenhofs meines Mietshauses. Es ist wie früher in meiner Kindheit, als ich an Sommerabenden lange vor Sonnenuntergang ins Bett geschickt wurde und das Tageslicht grässliche Fratzen in den Stoff der grünen Vorhänge meines Zimmers malte. Doch heute…
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Dry January
Nach einem Probetag Dry January bin ich versucht zu konstatieren: Abstinenz ist auch keine Lösung.
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Lieber nicht
Ich wünschte mir wäre nach irgendwas. Oder vielleicht doch lieber nicht. Ich bin sozusagen wunschlos unglücklich.
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Eiszeit
Ich schwänze den Alltag. Liege auf dem Teppichboden und schaue aus dem Fenster. Es schneit in dicken Flocken. Vor dem grauen Himmel sehen sie aus wie ich mir radioaktiven Fallout vorstelle. Atomkriegsangst. Wieder eine mehr. Willkommen, sage ich, machen Sie es sich bei den anderen bequem! Angst. Vor dem was geschehen könnte – und vor…
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Meditation
Der makellose Himmel des Morgens ist Geschichte; wie so viele andere Himmel davor. Auch in meinem Kopf sind wieder Wolken aufgezogen. Ich könnte die Himmel meines Lebens zählen. Das wäre möglich, wenn es auch eine Zahl ergäbe, die schwer fassbar ist. Unmöglich wäre es hingegen, die Himmel aller Menschen zu zählen, die jemals gelebt haben.…