Rückflug

Ich stehe in der Schlange am Abfluggate. Hinter mir ein ostdeutsches Paar mittleren Alters. Sie unterhalten sich, sächseln leicht. Wenn ich recht höre, kommen sie aus Zwickau. Ich war noch nie in Zwickau, komme auch nicht aus Sachsen, aber als ich den Akzent höre und in ihre Gesichter schaue, durchströmt mich ein warmes Gefühl und die subversiv sentimentale Erinnerung an meine Kindheit im „Unrechtsstaat“. Sie wirken eigentlich recht unbeschwert. Doch in ihren Augen lese ich Verwirrung, Ratlosigkeit und eine leise Angst. Wie bei einem Kind, das auf einem lärmenden, blinkenden, von angeheiterten Menschen wimmelnden Rummelplatz nach seinen Eltern sucht – und sie nie mehr finden wird.

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