Gestern wurde in Mexiko Stadt zur Fußball-WM 2026 angestoßen. Dabei fiel mir ein oder auf, dass vor 40 Jahren die WM in Mexiko stattfand. Es war die erste, die ich bewusst miterlebte. Damals war ich 11. Ich kann mich nicht erinnern, auch nur ein Spiel gesehen zu haben. Mein Vater, der ein Jahr zuvor gestorben war, hatte sich nicht die Bohne für Fußball interessiert, und meine Mutter hatte als nunmehr Alleinerziehende wichtigeres im Kopf.
Ich wurde vielmehr vom Fußballfieber meiner Klassenkameraden angesteckt, versuchte mich also schon damals gelegentlich als Mann des Volkes. Ich folgte dem Turnier in den Zeitungen, sammelte Bilder (schön in schwarzweiß) und Artikel und klebte sie in ein kariertes Schulheft oder Notizbuch. Das WM-Maskottchen, ein heute sicherlich als politisch unkorrekt gelten würdendes Männchen mit überdimensioniertem Sombrero, klebte ich mir sogar in meinen Universalschrank Marke Eigenbau. Keine Ahnung, woher ich den Aufkleber hatte. Solche Sachen waren in der DDR Gold wert.
Meine Mannschaft hieß Argentinien. Ich war wie so viele andere auch im Maradona-Fieber. Dass das BRD-Team irgendetwas mit mir speziell oder mit uns DDR-Bürgern allgemein zu tun haben könnte, kam mir nicht im Entferntesten in den Sinn. Gut vier Jahre später wurde ich selbst BRD-Bürger. Was irgendwie nicht viel an meiner BRD-Einstellung geändert hat.

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