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Imperium und Delirium II
Zeitsprung. 30 Jahre. Berlin 1994. Die russischen Truppen ziehen aus Deutschland ab. Jelzin soll dabei sein. Ein Bekannter steht damals in der Ehrenkompanie am Flughafen stramm. Wartet. Und wartet. Jelzin kommt nicht. Kameraden kippen um, werden durch andere ersetzt. Jelzin kommt noch immer nicht. Irgendwann torkelt er die Gangway herunter. Der Präsident des einstigen Imperiums…
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Kälte
Eine Freundin hat mir kürzlich Szczepan Twardochs „Kälte“ zu lesen gegeben. Wie der Titel schon sagt, keine sonderlich erwärmende Lektüre. Zuerst Folterszenen im NKWD-Keller, dann wird im Gulag ein Entomologe von Kriminellen vergewaltigt und dabei (versehentlich) erwürgt. Brauche ich in meinem Alter noch Beweise für das was Menschen anderen Menschen antun können? Eigentlich nicht. Aber…
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Imperium
Ich lese Ryszard Kapuścińskis „Imperium“ (1993). Und mache mir so meine Gedanken. Über Imperien. Kapuściński meint natürlich das sowjetische Imperium. Doch die UdSSR war nur die Fortsetzung des russischen Imperiums. Dessen Prinzip war das aller klassischen Imperien: Ein hegemoniales Volk (die Russen) erobert und beherrscht andere, kleinere, schwächere Völker. Das russische Imperium gründet sich zunächst…
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Stalin im Blut
Moskau 1987. Eine Neubauwohnung. Unser Gastgeber Boris Michailowitsch zeigt uns ein Bild. Gemalt hat es der sowjetische Maler Ilja Glasunow. Es heißt „Мистерия XX века“. Zu Deutsch „Geheimnis des Zwanzigsten Jahrhunderts“. Das Bild stammt aus dem Jahr 1977. Darauf ist auch Josef Stalin zu sehen. Auf dem Totenbett. In einem Meer von Blut. Für die…