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Escrevo sempre e em todo o lado
Noch ein kleiner Beitrag zu Fernando Pessoa: Der schrieb wohl keineswegs konzentriert im stillen Kämmerlein, sondern buchstäblich immer und überall. Seine Texte finden sich auf Servietten, Briefumschlägen, Packpapier, in Notiz- und Tagebüchern und auf dem Briefpapier der Firmen für die er als Fremdsprachenkorrespondent arbeitete. Das Gesamtwerk umfasst runde 30.000 Manuskriptseiten. Wenig erstaunlich, dass die literarische Aufarbeitung…
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Wieder eine Illusion weniger
Mein literarischer Freund Fernando Pessoa überrascht mich immmer wieder. Bei der Lektüre seines Jahrhundertwerks „Buch der Unruhe“ stieß ich kürzlich auf eine Passage, in der er sich bzw. seinem alter ego, dem Hilfsbuchhalter Bernardo Soares, eine Körpergröße von 1,71 m bescheinigt. Bisher war ich immer davon ausgegangen, dass Pessoa ein kleiner, schmächtiger und unauffälliger Mann war.…
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Who’s afraid of Robert Cohn?
I recently reread Hemingway’s debut novel The Sun Also Rises (for Brits: Fiesta). I first read it as a young man, perhaps at the age of 16 or 17. At the time I did what Hemingway wants the reader to do: I detested Robert Cohn and admired the dignified stoicism of Jacob Barnes. Barnes takes…
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Fleming and Chandler on air
A hidden gem for fans of Raymond Chandler and Ian Fleming is available on the Internet Archive: a July-1958 BBC recording of a conversation by the two authors on the occasion of the publication of Chandler’s last novel Playback. Chandler was not in great shape. Alcohol, depression and grief about the death of his wife…
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Der kleine, große Passivist der Weltliteratur
Am Dienstagabend lernte ich eine Dame kennen, deren Website sie als „Aktivistin und Autorin“ ausweist. Ich werde ihren Namen nicht verraten. Es gibt viele wie sie, Menschen die mit einer meist nicht sonderlich komplexen „Botschaft“ die Welt verändern und Bücher verkaufen wollen. Der Antipode dieser Autorinnen und Autoren ist Fernando Pessoa, der kleine, schmächtige Portugiese,…
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Große Literatur im Biomarkt
Die freundliche Kassenkraft meines Biomarktes hat eine wunderbare Art, das Wort „Kassenbon“ auszusprechen. Nämlich wie den Namen „Casaubon“. Ein Schelm, wer da nicht an George Eliots „Middlemarch“ und Umberto Ecos „Foucaultsches Pendel“ denkt. Ob Yahya A., so heißt der gute Mann, diese beiden sehr guten Bücher gelesen hat, weiß ich nicht. Aber ich freue mich…
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Das Schreiben und das Unterbewusste
Es gibt nicht viele Gemeinplätze, wenn es ums (literarische) Schreiben geht. Aber eine Binsenweisheit habe ich nun schon von vielen Profis gehört: Gib deinem Unterbewusstsein genug Raum und Zeit zum Arbeiten. Mit anderen Worten: Gute Literatur ist nicht nur eine Sache des Fleißes. Die wirklich genialen Einfälle kommen nicht auf Bestellung, sondern oft dann, wenn…
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Fünfundzwanzig Jahre später
Kann man sich verlieren, noch bevor man sich gefunden hat? Die Wahrheit ist: Es gab nichts zu finden. Alles, was ich wissen musste, wusste ich bereits. Ich durchkreuzte gedankenverloren den Ozean meiner selbst und hielt mich von anderen Schiffen fern. Ich mied die Erwartungen und Wünsche anderer, die meinten, sich auf dem einzig richtigen Weg…
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The Phantom 'Rickshaw
Rudyard Kipling is currently not a very popular author because he is associated with the British Empire, an entity that has a hopelessly bad reputation although it catapulted major parts of this world into the modern era – for good or for bad, that depends on the outlook of the observer. Anyway, I’m a sucker…