La Grazia

Der italienische Autorenfilmer Paolo Sorrentino hat wieder einen rausgehauen.

„La Grazia“ begleitet einen italienischen Staatspräsidenten durch seine letzten Monate im Amt.

Und zeigt etwas, das wir in der Realität nicht oft sehen und vielleicht auch nicht sehen wollen: einen von Zweifeln, Skrupeln und Unsicherheit geplagten Politiker.

Einen Menschen, der Entscheidungen nicht hinauszögert, weil er um die politischen Konsequenzen und seine Macht besorgt ist, sondern weil ihm Erfahrung und (Ge)wissen als Richtschnur dienen. Der sich und anderen keine einfachen Rezepte vorgaukelt und sich nicht mit markigen Worten zu profilieren sucht. Sondern etwas besitzt, das im politischen Diskurs eher selten ist: Demut.

Das scheint, wie gesagt, sehr weit von der Wirklichkeit entfernt. Nicht nur, weil der Präsident in Italien wie auch hierzulande in der Tagespolitik eigentlich wenig zu melden hat. Sondern auch, weil genau dieser Politikertypus beim Wahlvolk, besonders in Krisenzeiten, selten punkten kann.

Für mich die wichtigste „Botschaft“ des Films: dass sich das Wissen um die Komplexität der condition humaine und politisch beherztes Handeln eigentlich ausschließen.

Bild: Scheinkuppel von Andrea Pozzo in der Chiesa di Sant’Ignazio di Loyola in Rom.

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