Man kann nie wissen

Es fällt mir schwer, Dinge wegzuwerfen. Man kann nie wissen, wann man dies und das noch brauchen kann.

Eben entsorgte ich zum Beispiel einige Champagnerkorken, die von einer kleinen Soirée Mitte letzten Jahres stammten. Kurz nachdem ich sie in den Mülleimer geworfen hatte, tat es mir schon wieder leid.

Ich erinnerte mich daran, dass Korken, also die echten aus der Rinde der Korkeiche, sich hervorragend für nächtliche Spezialoperationen (sic) hinter den feindlichen Linien eignen. Man sengt den Korken mit einem Feuerzeug ein wenig an, dann malt man sich mit dem rußigen (nicht russischen;) Ende das Gesicht schön schwarz.

So wird man vom Feind nicht gesehen, wenn man tollkühne Heldentaten vollbringt oder versehentlich auf eine Antipersonenmine (auch ein schönes Wort) tritt und durch die Luft segelt.

Wie gesagt, von der Warte her tat es mir leid um die schönen Korken. Fast war ich versucht, sie wieder aus dem Mülleimer zu kramen. Doch seien wir ehrlich: Die Wahrscheinlichkeit, dass mein Land ausgerechnet mich, Wjatscheslaw M. Steiner, in nächster Zeit für eine Spezialoperation anfordern wird, ist sehr gering.

Und bis es so weit ist, habe ich sicherlich noch einige Champagnerflaschen geleert. Prosit.

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