La Grande Belezza

Eben hat mir meine um Vieles bessere Hälfte die Roman-Arbeit der letzten Woche nonchalant um die Ohren geschlagen. Und das ist auch gut so. Sie hat wie meistens Recht.

Trotzdem bin ich etwas niedergeschlagen. Ich brauche Ablenkung. Etwas für die Seele. Streicheleinheiten, wenn Sie verstehen, was ich meine.

Also lege ich einen meiner Lieblingsfilme ein. „La Grande Belezza“ von Paolo Sorrentini.

Für mich ist es ein Wunder, dass ein solcher Film überhaupt gemacht werden konnte. Es steckt so viel darin, was mich berührt und an dem kratzt, was man vielleicht Wahrheit, oder zumindest eine Wahrheit nennen könnte.

Der melancholisch heitere Rückblick eines Mannes auf sein Leben. Die Erkenntnis, dass er sein Talent auf Partys vergeudet hat.

Der Selbstbetrug und die kleinen Lügen, die unser Dasein überhaupt erst möglich machen.

Das zwischendurch immer wieder hindurchschimmernden, niemals lösbaren Rätsel der Schönheit, der Liebe und des Todes, die uns so in Furcht versetzen, dass wir uns ganz schnell wieder davon ablenken.

Das Ringen nach wahrer, reiner Kunst und wie es von der Sucht nach Ruhm und Reichtum korrumpiert wird.

Dazu die Sonne, das Licht und die Schönheit einer Stadt, die blödsinnigerweise als ewig bezeichnet wird. Nichts ist ewig außer – vielleicht – Gott, den wir vergeblich suchen und niemals finden.

Meine so viel bessere Hälfte teilt meine Begeisterung für den Film nicht. Sie stört sich an den nackten oder halbnackten Frauen, die gelegentlich durchs Bild geistern. Sie hält ihn für eine Altherrenfantasie.

In diesem Fall hat sie, ich muss es leider sagen, Unrecht.

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