Teilzeit-Medienabstinenz

Kurzes Check-in, bevor ich mit der Arbeit an meinem Roman fortfahre.

Stop and go, was das betrifft. Auf einen vermeintlichen Durchbruch folgt früher oder später ein Rückschlag. Von „greatest novel on earth“ zu „greatest crap of all times“. Die Wahrheit liegt wohl wie meistens irgendwo dazwischen.

Abgesehen davon: Teilzeit-Medienabstinenz. Einerseits um in Ruhe an dem Roman arbeiten zu können. Andererseits weil mich die mediale Hysterie um den Fall der sogenannten „Brandmauer“ in der letzten Woche sehr aufgeregt hat. Ein Sturm im Wasserglas, viel Lärm um nichts, reine Zeitverschwendung.

Also habe ich gleich zwei Medien-Abos gekündigt. Ein gutes Gefühl. Eines habe ich noch. Aber das ist nur The Times. Ein richtiges Käseblatt.

Der New Yorker Modeexperte Bronwyn Cosgrave wird zitiert:

„Politiker sind traditionell die am schlechtesten gekleideten Menschen, weil sie sich nicht so kleiden können, dass sie die Öffentlichkeit abschrecken.“

Soll heißen: möglichst unauffällig. Hässliche Anzüge, fürchterliche Krawatten, in letzter Zeit stattdessen sogar oft Hemden mit schwarzen Knöpfen, vielleicht um eine gewisse mittelständische Hemdsärmeligkeit zu demonstrieren.

Neu ist das natürlich nicht. Fällt unter die Kategorie „stating the obvious“. Wie eigentlich das meiste. Je älter ich werde, desto besser verstehe ich, warum man früher oft über Zeitungen sagte: „Steht ja doch nichts drin.“

Ebenfalls interessant: Eines der ersten Wörter, die man mit Hilfe aufwändiger Technologie von einem verkohlten Papyrus aus Pompeji entziffern konnte, ist das griechische Wort für Verwirrung, Aufregung oder Abscheu. Passt irgendwie zu unserer Zeit. Oder eigentlich zu jeder Zeit, wenn man etwas genauer hinschaut.

Außerdem erfuhr ich, dass Benito Mussolini angeblich an jedem Tag seines Diktatorenlebens Geschlechtsverkehr hatte. Er mochte es, wie nicht anders zu erwarten, brutal.

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