Frage: Wann gehen den Briten endlich die Kriegshelden aus?
In der Times findet sich ein Nachruf auf Tony Ditcham, Jahrgang 1922. Im Dezember 1943 nahm er als Marineoffizier an der Versenkung des deutschen Schlachtschiffs „Scharnhorst“ im Nordatlantik teil. Von 1.968 Besatzungsmitgliedern der „Scharnhorst“ überlebten ganze 68, nach anderen Angaben nur 36.
Ditchams Kriegsabenteuer, in denen er selbst gern schwelgte, werden nun noch einmal ausgebreitet, lesen sich zugegebenermaßen recht spannend und verweisen einmal mehr auf das ewige Dilemma der Faszination des Krieges.
Es gibt, leugnen wir es nicht, eine Sehnsucht nach dem Krieg, nach der Intensität eines Lebens im Angesicht des Todes, nach der sendungsbewussten Klarheit, die dem Kampf gegen einen eindeutig definierbaren Feind innewohnt, nach einer staatlichen Sanktionierung der Barbarei, die in uns allen steckt, nach einem organisierten Ausflug in eine Lebenstiefe, die sonst nur die Glücklichen und überdurchschnittlich Begabten erreichen.
Diese Sehnsucht ist heute wieder deutlich zu spüren und macht mir, offen gestanden, Angst.

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